
Dieser Text wurde dem AD entnommen - Text: Wychard Maassen | Foto © Saskia Berdenis van Berlekom
Nazaat will Ausstellung dem Amersfoorter Martin Brink (1915-1975) widmen: ‚Er hat an die Wand gemalt, wenn es nötig war‘
Alex Brink sammelte Hunderte von Zeichnungen seines Großonkels Martin Brink, einem begabten Porträtisten, der mit einer Zeichenschule im Nachkriegs-Amersfoort für Furore sorgte. Eine Ausstellung soll ihn vor dem Vergessen bewahren. "Er war ein Mann mit einem großen Herzen."
Alex Brink sieht seinen Großonkel immer noch so: kräftige Statur und dito Aussehen. Und immer mit einem Hut geschmückt, den er am Hinterkopf trug. Zur Begrüßung klopfte er auf die Rückseite des Hutes, damit er wieder aufrecht stand. Er war ein Mann mit einem großen Herzen, der für jeden offen war, selbst wenn man Probleme hatte.
Er spricht liebevoll von Martin Brink, der 1975, kurz vor seinem 60. Geburtstag, an einem Herzinfarkt starb. Der Bruder von Alex‘ Großvater besuchte ihn fast jeden Tag auf dem Kamp, wo die Familie eine Autowerkstatt hatte und wo Alex aufwuchs. "Er hat immer gezeichnet. Wenn er mit jemandem sprach, zeichnete er in der Zwischenzeit eine Karikatur. Wenn nötig, benutzte er die Wand als Hintergrund.
Oblivion
Nach dem Krieg gründete Martin Brink eine Zeichenschule in der alten Polizeistation an der Ecke Utrechtsestraat und Plantsoen-West, die 1958 abgerissen wurde. Später wurden bekannte Amersfoorter Maler wie Toon Tieland und Joop Traarbach von dem Zeichenlehrer unterrichtet, der wie sie Mitglied der Künstlervereinigung De Ploegh war. Viele ehemalige Schüler erinnern sich an ihn als einen sozial eingestellten Menschen, der sein Herz schlug, wenn einmal kein Geld für den Mitgliedsbeitrag da war.
Nach und nach geriet Brink in Vergessenheit. Die letzte Ausstellung, die ihm gewidmet war, fand 1995 im Pflegeheim Birkhoven statt. Alex (54) würde seine Werke gerne wieder ausstellen und ist auf der Suche nach einem geeigneten Ausstellungsraum. Eine Möglichkeit ist das monumentale Dieventoren, Sitz der Gilde der Edlen Flumiers, einer privaten Kulturgesellschaft, der Brink angehörte.
